Ein großes Dankeschön an alle Zuschauer, die den 5. Grand Slam of Saxony am Freitag zu solch einem Erfolg verhalfen! Trotz sehr mäßigen Wetters fanden wie im letzten Jahr weit mehr als 500 Zuschauer den Weg in die Junge Garde im Dresdner Großen Garten und verfolgten die “Offenen Sächsischen Meisterschaften des Poetry Slam”. Die sehr positiven Reaktionen geben uns das sichere Gefühl, dass sich die viele Arbeit wieder einmal gelohnt hat.

Den größten Anteil am gelungenen Abend hatten natürlich die zehn fabelhaften Poeten, die das ganze Spektrum der Live-Literatur abdeckten: Lautpoesie gab es ebenso zu hören wie satirische Geschichten, Liebesgedichte wie politische Texte. Der Poetry Slam passte in keine Schublade – und das ist gut so. Den Abend eröffnete lautstark Lasse Samström (Bonn), der der selbst erfundenen Gattung der Schüttelprosa frönte. Dann begeisterte André Herrmann (Leipzig) das Publikum mit einer polemischen Abrechnung mit der Stadt Halle (engl. “hell”). Andy Strauß (Münster) bastelte sich in seiner unnachahmlichen Vortragsart ein neues Leben aus dem Prospekt. Vorjahressieger Julius Fischer meldete sich mit einem Text über den “neuen Menschen”, der längst keine Utopie mehr ist, zu Wort. Den ersten Teil der Vorrunde beschloss dann der Berliner Autor und Liedermacher Jan Koch mit einem Gedicht “An eine Uneinsichtige”, sprich beständig Sonnenbrille tragende Frau. Nach der ersten Pause folgte Tilman Birr (Berlin), der von seinem Versuch berichtete, aus Liebe in eine türkische Diskothek einzudringen. Udo Tiffert (Neusorge) nahm die Rückkehr der Wölfe in die Lausitz zum Anlass, sich zum Verhältnis von Mensch und Tier Gedanken zu machen. Der Dresdner Thomas Jurisch berichtete dann vom Erlebnis einer Magenspiegelung. Sulaiman Masomi (Paderborn) hatte zwei Texte im Gepäck: Zunächst begab sich Mehmet undercover auf ein Nazi-Festival, dann las er noch die Geschichte “Der tanzende Stein”. Franziska Wilhelm aus Leipzig beschloss die Vorrunde mit einer sehr witzigen Geschichte, in der ein dicker Hund die Hauptrolle spielte.

Das Publikum entschied sich per Akklamation für folgende drei Finalisten: Julius Fischer, Udo Tiffert und Jan Koch. Julius wagte sich im Finale an eine ganz neue Geschichte, die sich um die Teilnahme an einem psychologischen Experiment drehte. Udo las einen bewegenden Text über den Kampf eines Mannes mit dem Leben ohne Alkohol. Und Jan Koch beschloss den Abend mit einem weiteren Gedicht über das unerschöpfliche Thema der Liebe. Ein außergewöhnlich intensives und poetisches Finale gab es da zu bestaunen, das alle die eines Besseren belehrte, denen beim Gedanken an Poetry Slam immer noch nichts als das Klischee von spaßigen Hobbypoeten durchs Köpfchen rauscht.

Zum Sieger des 5. GRAND SLAM OF SAXONY kürte das Publikum dann: Jan Koch. Herzlichen Glückwunsch!

Pressestimmen:

“Megadosis Wortspielspaß – Zehn junge Poeten reizten beim fünften Grand Slam of Saxony die Lachmuskeln der Dresdner. [...] Alle zehn “Slammer” überzeugen mit gesprochenen und teils herausgeschrienen Worten. [...] Der fünfte Grand Slam of Poetry war wieder gut besucht und bestach mit wortgewandter Lässigkeit.” (Sächsische Zeitung, 21.07. 2008)

“Jan Koch holt sich den Pokal beim Grand Slam of Saxony [...] Ungewöhnlich, dass Beide [Jan Joch und Udo Tiffert] in der zweiten Runde vergleichsweise tiefsinnige Worte aus den Gesäßtaschen der modernen Popliteratur holten und zeigten, dass auch Nachdenkliches sehr gut ankommt. Vielleicht die schönste Erkenntnis dieses unterhaltsamen Leseabends.” (Dresdner Neueste Nachrichten, 21.07. 2008)

Den nächsten regulären LIVELYRIX Poetry Slam in der Dresdner Scheune gibt es nach der Sommerpause am 26. September.

Julius Fischer gibt es in Dresden wieder zu bewundern, wenn die Lesebühne Sax Royal am 14. August aus der Sommerpause zurückkehrt, diesmal mit einem besonderen Gastspiel im Museum für Sächsische Volkskunst anlässlich der aktuellen Ausstellung “Baustelle Heimat“.

2 Kommentare zu “Rückblick: 5. Grand Slam of Saxony am 18.07.2008”

  1. [...] Hier findet Ihr einen ausführlichen Rückblick. [...]

  2. sax royal » Rückblick auf Freitagam 20.07.2008 um 11:54

    [...] Platz eroberte. Wen’s interessiert, für den habe ich auf der Seite von LIVELYRIX einen ausführlichen Rückblick geschrieben. Juli 20, 2008 | In Rückblick von Micha [...]

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