Der 7. Grand Slam of Saxony am 30. Juli 2010 war mit mehr als 900 Besuchern zugleich der zuschauerträchtigste Poetry Slam, der je in Dresden über die Bühne ging. Leider nur 9 Poeten – Franziska Wilhelm musste erkrankt absagen – kämpften um die Offene Sächsische Meisterschaft.

Los ging es mit Gauner aus Berlin, der bei einer Reise in die Jackentasche die Welt von gestern besuchte. Ihm folgte Bleu Broode, der unverblümt seine Meinung zu ganz normalen Menschen predigte. Dritter der ersten Vorrunde war dann Lokalmatador Konstantin Turra, der in einem energischen Vortrag forderte: Mettwurstgöttin, mach mich glücklich! Der Applaus der Zuschauer trug Bleu Broode knapp vor Konstantin und Gauner ins Finale.

Die zweite Vorrunde eröffnete JaNaKlar mit einem brandneuen Text, in dem sie sich von der Diskussion in der Straßenbahn bis zum Kreislauf des Lebens steigerte. Thomas Jurisch aus Dresden las anschließend Auszüge aus seinem Tagebuch. Und der Leipziger André Herrmann berichtete von einem Praktikum in der Bahnhofsmission. Hier hatte Thomas Jurisch knapp die Nase vorn.

Die dritte Runde begann Marc-Oliver Schuster, der seiner Katze einen Führerschein verpasste. Der Lausitzer Autor Udo Tiffert setzte dann mit einem Text über den Weg zu Kunst und Kultur einen ernsteren Kontrapunkt. Abgeschlossen wurden die Vorrunden dann von Micha Ebeling, der sich endlich einmal über alles aufregen durfte, wenn auch nur ein bisschen. Ins Finale klatschten die Zuschauer hier Marc-Oliver Schuster.

Im Finale  gaben Marc-Oliver Schuster, Thomas Jurisch und Bleu Broode jeweils noch einen Text zum Besten. Das Publikum entschied sich am Ende ganz eindeutig: Bleu Broode ist Sieger des 7. Grand Slam of Saxony und hat sich damit für den Slam 2010 in Essen qualifiziert. Glückwunsch!

Trotz Fußball-WM und Sommerwetter war die Scheune wieder sehr gut gefüllt, als am 25. Juni der letzte reguläre livelyriX Poetry Slam vor der Sommerpause über die Bühne ging. Moderiert wurde der Dichterwettstreit wieder wie gewohnt von Stefan Seyfarth und Michael Bittner.

Den Wettbewerb eröffnete Julius Fischer aus Leipzig. In seinem Text “Kommunikationsplattform” gestand er freimütig, nicht bei Facebook zu sein. Die Debütantin Manu Kreuz aus Dresden begeisterte darauf bei ihrem ersten Auftritt gleich das Publikum mit einem Tagesbericht aus der 2er-WG. Ihr folgte Micha Ebeling aus Berlin, der sich als Märtyrer der Poesie freiwillig auf ein Konzert von Bushido begeben hatte. Aus Annaberg-Buchholz kam Richard von Fircks, der in seinem Text als Nachzügler die Menschen eindringlich aufforderte, lieber Kinder zu bleiben als grau und gerade zu werden. Die erste Hälfte der Vorrunde beschloss Sarah Bosetti aus Berlin mit einer Geschichte, die von der Supermarktkasse geradewegs in die Hölle führte. Als sechster Poet betrat Rick Schubert die Bühne. Er hatte ein ungewöhnliches Frühlingsgedicht aus Chemnitz mitgebracht, das er frei und gekonnt vortrug. Marc-Oliver Schuster aus Detmold erzählte, wie seine Katze den Versuch unternahm, Auto zu fahren. Der Dresdner Thomas Jurisch zeigte seine feminine Seite und stellte Hypothesen über das Fisten beim Gottesdienst auf. Einen poetischen Text über den Sommer und die Unmöglichkeit, das Glück zum Bleiben zu zwingen, präsentierte Jana Klar. Beschlossen wurde die Vorrunde von Hagen aus Dresden, der zunächst ein Hundeleben schilderte, um dann nach der Perle zu tauchen.

Ins Finale wählte das Publikum wegen Stimmengleichheit diesmal vier Poeten. Micha Ebeling gestand all die Dinge, die er nicht mehr immer tun kann. Julius Fischer rappte über einen fiesen Diebstahl. Jana Klar erzählte die Geschichte von der dicken grünen Raupe. Und Marc-Oliver Schuster ging mit der Katze in die Disco. Der finale Applaus bestimmte den Sieger: Marc-Oliver Schuster – Glückwunsch!

Nicht vergessen: Am 30. Juli geht der Grand Slam of Saxony über die Bühne der Jungen Garde. Karten für die Offenen Sächsischen Meisterschaften des Poetry Slam gibt es in der Scheune und an den bekannten Vorverkaufsstellen.

Herrlich, verehrte Freunde, herrlich war es! Eine gut gefüllte Scheune und trotz Abwesenheit unserer allseits geliebten Stammmoderatoren Michael Bittner und Stefan Seyfarth sollte auch mit dem Ersatz aus Leipzig in Form von André Herrmann ein wunderschöner Abend werden.

Die Vorrunden beginnen durfte sogleich Andreas Paul aus Dresden mit einem Gedichtekanon von der Flut vom 14.08.2002 über Pfingstcampradios bis hin zum Hindukusch. Ihm folgte Goldschläger aus Aachen, der sich als Alleinunterhalter vorzustellen wusste, hiernach Matthias Klaß aus Eisenach mit einem gereimten Telefongespräch mit Marcel Reich-Ranicki (Glückwunsch zum 90sten übrigens!), Maik Martschinkowsky aus Berlin mit einem überaus surrealistischen Text, in dem öfter mal ein lila Nashorn nach Papers fragte und zuletzt vor der Pause Cuddy Cutz aus Dresden, die bereits mit 4 Jahren wusste, was sie später einmal werden wollte.

Den zweiten Teil der Vorrunden eröffnete Franziska Holzheimer, indem sie gestand, sich regelmäßig überfordert zu fühlen, ihr folgte Turnkey Facility aus Erlangen, der von der Müdigkeit zu erzählen wusste, danach durfte Udo Tiffert auf die Bühne und tat dies auch, indem er einen Text über sprechende Katzen und Frau Knöselbrecht zum Besten gab, ihm folgten Khesrau Behroz aus Erfurt mit einem Gedicht über einen Vater, der kam und nahm, immer begleitet vom leisen Tönen einer Geige und schließlich Katja Hofmann aus Halle, die “Ja” zu sagen pflegte, bis zum Punkt, an dem es vorbei war.

Das hochverehrte Publikum wusste weise zu entscheiden und schickte Goldschläger, Maik Martschinkwosky und Franziska Holzheimer ins Finale. Alle drei wussten nochmal mit ihren Texten zu überzeugen, Goldschläger erzählte vom Besuch seiner Alt-68er-Eltern in seiner Studentenwohnung, Maik Martschinkwosky von einem verheerenden Fahrradunfall und Franziska Holzheimer davon, dass sie immer kotzen muss, wenn sie verliebt ist.

Die finale Applausabstimmung allerdings ging nicht allzu einfach von statten, waren zur eindeutigen Bestimmung des Siegers doch gar drei Anläufe notwendig, aber dann, dann stand er fest, Goldschläger aus Aachen durfte sich im Lichte eines glücklichen Besitzers einer Flasche edelsten Wodkas wähnen. Herzlichen Glückwunsch!

Den nächste LivelyriX Poetry Slam in der Scheune in Dresden gibt es am 25. Juni, kommet zahlreich, ihre Leute, denn es ist der letzte der Saison, bevor am 30. Juli in der Jungen Garde zum Grand Slam of Saxony gerufen wird!

Nicht nur raumtechnisch war der livelyriX Poetry Slam in der Scheune diesmal ungewohnt umgekehrt, auch die Autoren gaben sich Mühe, mit allerlei verqueren, experimentellen und provokanten Texten die Hörgewohnheiten des Publikums herauszufordern. Für Begeisterung im wieder ausverkauften Haus war jedenfalls dennoch oder gerade deswegen gesorgt.

Die Vorrunde eröffnete Tobi Kunze aus Hannover mit einer Klage darüber, dass er nicht mehr hinterherkomme. Er setzte damit das zivilisationskritische Leitmotiv des Abends. Ihm folgte der Berliner Felix Römer mit einem bewegenden und persönlichen Text über den Abschied. Uwe Gaitzsch hingegen setzte auf Gedichte in humoristischer Manier, unter anderem zu den vergangenen Olympischen Spielen. Roman Israel von der Dresdner Lesebühne Sax Royal hinterließ mit einer Reihe seiner einzigartigen Gedichte die Zuschauer wie immer zugleich begeistert und verwirrt: Das Themenspektrum reichte von Poetologie bis Scheiße. Nico Semsrott aus Hamburg kultivierte seine Depression auf der Bühne und knöpfte sich unter anderem das Thema Afghanistan vor. Die erste Hälfte der Vorrunde beschloss dann Martin Zerrenner mit einigen poetischen Miniaturen, von denen sich den Zuhörern sicher besonders die Idee einer Bauarbeitsparty besonders eingebrannt hat.

Die zweite Vorrunde begann mit Clara Nielsen aus der wunderschönen und oft zu Unrecht kritisierten Welterbestadt Bamberg: Sie hatte zwei schnelle Gedichte dabei, wobei in einem aber der Wunsch geäußert wurde, jemanden in Zeitlupe zu besitzen. Es folgte ein Mutmachtext von Tilman Döring. Der Autor wohnt zwar in Darmstadt, hat aber genetische Wurzeln in Dresden. Stephen Blaubach las im Anschluss eine witzige Geschichte über die Mode, mit Hilfe von T-Shirts Meinungen zu äußern. Moritz Neumeier aus Kiel bewies literarisch, dass es im hohen Norden viel Fisch, aber wenig Gott gibt. Und sein nordischer Landsmann Björn Högsdal berichtete zum Abschluss der Vorrunden über seine Erfahrungen in der Spielgruppe.

Das Publikum sorgte für ein ausgeglichenes Abstimmungsergebnis. Drei Autoren hatten aber die Nasen vorn und präsentierten im Finale noch einmal einen Text. Björn Högsdal las die Geschichte eines Großvaters, der sich einfach weigert zu sterben. Moritz Neumeier erklärte uns das Leben eines jungen Amokläufers. Und Tobi Kunze beschloss den Abend mit einer Darstellung des Verwaltungsapparates.

Das Publikum entschied sich per Akklamation eindeutig für einen Sieger: Gratulation an Moritz Neumeier aus Kiel!

Der nächste livelyriX Poetry Slam findet am 28. Mai wieder ab 21 Uhr in der Scheune statt. Und nicht vergessen: Am 30. Juli findet der Grand Slam of Saxony, der Höhepunkt der Slam-Saison, als Open Air Poetry Slam in der Jungen Garde im Großen Garten statt. Der Vorverkauf läuft!

Trotz aller Versuche der Deutschen Bahn, den livelyriX Poetry Slam zu sabotieren, traten am 26. März wieder zehn tolle Poeten auf der Bühne der Scheune gegeneinander an. Weit über 300 Zuschauer lauschten den Texten in der wieder ausverkauften Scheune.

Konstantin Turra aus Dresden eröffnete den Poetry Slam mit einem Text über seine Erfahrungen als Erzieher im Kindergarten. Marque-Règnier Hübscher aus Hamburg beichtete dem Publikum bei seinem ersten Auftritt in Dresden einige ehrliche Geständnisse. Thomas Jurisch aus Dresden erzählte eine alkoholische Geschichte aus der Reihe “Jens und ich”. Ihm folgte das Team Kurt & Charles – zwei junge Frauen, die ihre unterschiedlichen Vätererinnerungen lasen. Jens Kassner beendete die erste Vorrunde mit der Geschichte des Abgeordneten Aribert Lollau, der ungewöhnlichen Kontakt mit einer Bürgerin suchte. Auf Startplatz 6 hörte das Publikum Bente Varlemann aus Hamburg mit einem Text über das Ende einer Freundschaft. Endlich mal einen Rap-Poeten konnte man danach erleben: Herr Hamzter aus Meißen reimte darüber, wie er in einer Schneekugel lebt. Alex Burkhard aus München, ebenfalls zum ersten Mal am Start, hatte die Horrorvision, dass jemand eine Biografie über ihn verfassen könnte. Der Dresdner Autor Andreas Paul errichtete sodann ein literarisches Lenin-Denkmal. Und die Vorrunden beschloss Sulaiman Masomi aus Paderborn mit einem witzigen Reigen von Geständnissen, ausgelöst durch den einfachen Satz: Ich weiß es.

Die Zuschauer wählten demokratisch drei Finalisten, die noch einmal ins literarische Gefecht zogen: Sulaiman Masomi bat: Sag mir Bescheid, wenn du mich liebst! Bente Varlemann stürzte sich ins Nachtleben um zu suchen und nichts zu finden. Alex Burkhard wünschte sich schließlich, er wär woanders und ließ die Städte hinter sich. Der abschließende Applaus brachte schließlich den Sieger: Gratulation an Alex Burkhard aus München!

Der nächste livelyriX Poetry Slam findet am 30. April wieder ab 21 Uhr in der Scheune statt.

Vor über 350 Zuschauern ging wieder vor ausverkaufter Scheune der Dresdner livelyriX Poetry Slam über die Bühne. Trotz kleinerer Verwirrungen, die diesmal zu einem Starterfeld von ausnahmsweise 11 Poeten führten, erlebten die Zuschauer einen herausragenden Poetry Slam mit bestens aufgelegten Autoren und Autorinnen.

Den Start legte Udo Tiffert aus Neusorge mit einem Text hin, in dem er einen uns allen wohlbekannten Guido gegen zu harsche Kritik an seinem Redebedürfnis verteidigte. Ihm folgte der wie immer poetische Moritz 7 mit einer Reihe von anthropologischen Gedichten. Tom Mars aus Berlin erzählte von einer Disko-Oma, die bis zum bitteren Ende Volksmusik und Techno mixte. Dann trug Anke Fuchs aus Köln gewohnt souverän einen Katalog von Produkten vor, die uns nicht nur das Leben erleichtern, sondern auch die Seele streicheln. Die Dresdner Debütantin Katja Wehde überzeugte mit der Geschichte einer lächelnden Verkäuferin. Und Grohacke aus Heidelberg, nicht Mainz, forderte die Anerkennung seiner ganz besonderen Behinderung: der Größe.

Die zweite Vorrunde begann Franziska Wilhelm aus Leipzig mit einem auswendig vorgetragenen Text über die alltägliche Panik. Ihr folgte die junge Berliner Poetin Theresa Hahl, die das Publikum mit einem ebenso poetischen wie witzigen Text über ihren ganz persönlichen Blickwinkel auf die Welt begeisterte. Thomas Jurisch aus Dresden war dann von einem Besuch des Arbeitsamtes reichlich angepisst. Julius Fischer aus Leipzig, bekannt auch von der Dresdner Lesebühne Sax Royal, trug die Geschichte “Heath Ledger” aus seiner bekannten Reihe “Ich hasse Menschen” vor. Und die Vorrunde schloss wiederum eine Debütantin ab: Heike Freudenberger aus Dresden las einen humorvollen Text über die apokalyptischen Erwartungen der Jesus-Freunde.

Mit klarer Mehrheit entschieden sich die Zuschauer für die drei Finalisten, die in der Endrunde noch einmal jeweils einen Text ins Rennen schickten: Anke Fuchs beschwerte sich darüber, dass man manchmal mit Menschen reden muss, die man doch nur anfassen will. Julius Fischer beschäftigte sich mit dem “Wochenrückrap” des poetischen Talents MC Frauenarzt. Und Theresa Hahl schloss den Abend mit einem Schwank aus ihrer Jugend ab. Ganz eindeutig den meisten Applaus erhielt am Ende die Poetin, die schon nach der Vorrunde die meisten Stimmen erhalten hatte: Gratulation an die Gewinnerin Theresa Hahl!

Der nächste livelyriX Poetry Slam findet in Dresden – wie immer am letzten Freitag – am 26. März wieder ab 21 Uhr in der Scheune statt.

Am 29. Januar ging der erste livelyriX Poetry Slam des Jahres 2010 über die Bühne der Scheune, wie immer moderiert von Stefan Seyfarth und Michael Bittner. Mit über 350 Zuschauern war die Scheune restlos ausverkauft. Wir entschuldigen uns bei den Leuten, die deswegen keinen Einlass mehr finden konnten. Noch einmal sei auf die Möglichkeit verwiesen, sich vorab Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen zu besorgen.

Die Vorrunde eröffnete der Dresdner Autor Andreas Paul, der einige Gedichte der Erinnerung an Rosa Luxemburg widmete. Ihm folgte Daniel Hoth aus Berlin, der – gleichfalls poetisch – von der Zeit berichtete, in der man sich “Marxismus” auf die Arme schrieb. Thomas Jurisch aus Dresden schlug einen humoristischeren Ton an und beichtete einem Arzt seine Probleme mit Frauen. Der Lyriker und Kabarettist Michael Feindler aus Berlin, ehemals Wuppertal, bewies in pointierten Reimgedichten einige Gemeinheit. Wolf Hogekamp aus Berlin schließlich beendete die erste Vorrunde mit Texten, die wie gewohnt treffende Beobachtungen mit Sprachspielen verbanden. Die zweite Vorrunde begann Roman Israel aus Dresden, bekannt von der Lesebühne Sax Royal, mit gewohnt kompromisslosem Vortrag einiger Gedichte – nichts für Schleimer. Der Debütant Jan Albert aus Zwickau konnte ein Exklusiv-Interview mit Kim Jong-il präsentieren. Die Autorin JaNaKlar aus Leipzig trug einen Text darüber vor, dass wir die falschen Leute therapieren. Bleu Broode aus Jena machte offenbar, was so im Kopf eines Studenten der Theologie vor sich geht. Und Werner Knoof aus Dresden beschloss die Vorrunde mit satirischen Gedichten.

Ins Finale wählten die Zuschauer nach diesem außergewöhnlich lyrisch geprägten Wettbewerb JaNaKlar, Michael Feindler und Bleu Broode. JaNaKlar hatte einen weiteren poetischen Text dabei, der eine Bauchlandung schilderte. Michael Feindler versuchte sich an einer lyrischen Publikumskunde. Und Bleu Broode las zum Abschluss eine klug berechnete Liebeserklärung an seine Mathelehrerin. Der Applaus des Publikums war eindeutig und kürte zum Sieger des ersten Slams im neuen Jahr: Bleu Broode. Herzlichen Glückwunsch!

Den nächsten livelyriX Poetry Slam in der Scheune gibts am Freitag, den 26. Februar, wieder um 21 Uhr.

Der letzte livelyriX Poetry Slam des Jahres fand wie immer im Dezember in etwas kleinerem Rahmen statt, sorgte aber bei den über 200 Zuschauern in der Scheune trotzdem für wohlige Gefühle. Fünf auswärtige Gäste maßen sich mit fünf Dresdner Poeten von der Offenen Liste.

Den Anfang machte die Berliner Poetin Peh mit einem frei vorgetragenen Text namens “Flatliners”, in dem sie Gast ihrer eigenen Beerdigung wurde. Thomas Jurisch aus Dresden wurde anschließend als Topfpflanze wiedergeboren. Es folgte Nadja Schlüter aus Bonn, die einen Text darüber geschrieben hat, was Geisteswissenschaftler mit ihrer Zukunft machen können: nämlich nichts. Sophia Mix aus Dresden war zum ersten Mal dabei und versetzte sich in ihrem Text in die Rolle der Juniorchefin von Nestle. Die erste Vorrunde beschloss Udo Tiffert aus Neusorge, der sich eine Welt ohne Zahlen, aber dafür mit Haaren unter der Achsel wünschte. Auf Startplatz sechs überraschte ein Debütant: Der Chemiestudent Gülz präsentierte kurze Gedichte, die seinem Vorbild Hermann Hesse alle Ehre machten. Ihm folgte der Tübinger Harry Kienzler, der von Hans berichtete, dessen größter Traum darin besteht, sich nie wieder waschen zu müssen. Die Dresdnerin Morné Mirastelle hackte auf einer Minderheit rum und erzählte gewitzt von ihrer Abneigung gegen Jongleure. Mischa-Sarim Vérollet aus Bielefeld ließ sich durch die Plage des Heuschnupfens zum Angriff auf die Natur hinreißen. Und Moritz 7 aus Dresden beschloss die zweite Vorrunde mit schönen Gedichten in der Tradition des frühen Minnesangs.

Das Publikum stimmte ab und wählte trotz sehr ausgeglichener Stimmenverteilung doch drei Finalisten: Mischa-Sarim Vérollet erzählte in seiner Finalgeschichte passend zur Jahreszeit davon, wie Weihnachten zum Freifahrtsschein für Kollektivschwachsinn wird. Udo Tiffert begegnete in Niesky (Oberlausitz) einer junge Frau, die auf ihrem T-Shirt “Odin statt Jesus” forderte. Und Peh zeigte sich gegenüber den üblichen Hausfrauenfantasien als schwer entflammbar. Das Publikum setzte per Applaus Mischa-Sarim Vérollet knapp hinter Peh knapp hinter den Gewinner Udo Tiffert – herzlichen Glückwunsch in die Lausitz!

Den nächsten livelyriX Poetry Slam gibts wieder am letzten Freitag im Januar, also am 29.01., ab 21 Uhr in der Scheune. Bis dahin wünschen wir schon mal allen Freunden der Live-Literatur frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr.

Auch der livelyriX Poetry Slam im November fand wieder in einer restlos ausverkauften Scheune vor mehr als 300 Zuschauern statt. Der livelyriX Slam feierte ganz nebenbei sein sechsjähriges Jubiläum in Dresden, wobei viele neue Gesichter im Publikum und einige neue Gesichter auf der Bühne zeigten, dass längst noch kein Ende seiner Geschichte abzusehen ist. Die bekannt gutmütigen Moderatoren Stefan Seyfarth und Michael Bittner mussten ausnahmsweise einige Male disziplinierend eingreifen, weil so mancher Poet die 7-Minute-Grenze sprengte.

Los ging die Vorrunde mit Morné Mirastelle aus Dresden, die bei ihrem ersten Slam-Auftritt gleich mit einer schönen Geschichte über das ultimative Rezept für Apothekenüberfälle überzeugte. Ihr folgte Christof Wahner aus Karlsruhe, der eigens eine Stasi-Akte für einen Verwandten angelegt hatte. Der Kölner Autor Florian Cieslik hatte eine sprachkritische Geschichte dabei, die in den denkwürdigen Satz mündete: “Der Pils schmeckt komisch.” Thomas Jurisch aus Dresden erzählte von diversen Abenteuern des Alltags, die seinen Puls doch nicht aus der Fassung brachten. Der Berliner Rapper und Poet Gauner trug einen frisch einstudierten Nekrolog auf Ede “XY” Zimmermann vor. Die zweite Vorrunde eröffnete dann André Herrmann aus Leipzig mit einem bewegenden Erlebnisbericht seines Praktikums bei der Bahnhofsmission. Ihm folgte der Schweizer Tomas Alexander Hartmann, der zunächst anprangerte, dass es beim Poetry Slam immer nur um Unterhaltung gehe, um anschließend im eigenen Text diesem Vorwurf aus dem Wege zu gehen. Konstantin Turra aus Dresden überzeugte anschließend das Publikum mit trefflichen Schilderungen aus dem Alltag eines Erziehers. Ihm folgte Udo Tiffert, der von einem Ronny Müller erzählte, der sein Geld in Grundeigentum in Afrika investierte. Die Vorrunde beschloss dann Pauline Füg aus Eichstätt, die nur eine einzige, schlichte Forderung stellte: Kauf mir ein Zelt!

Bei der Abstimmung entschied sich das Publikum mit eindeutiger Mehrheit für die drei Finalisten: André Herrmann, Florian Cieslik und Konstantin Turra. André bewies in seinem Finaltext, dass zuviel Freizeit ihm schadet. Florian hatte einige Gedichte in petto, eins davon zum Thema Damenwahl. Und Konstantin schwärmte davon, dass Mettwurst glücklich machen kann. Da der anschließende Applaus auch nach Wiederholung für die Moderatoren keine eindeutige Entscheidung zuließ, entschieden sie sich ausnahmsweise für die salomonische Lösung: Dreiersieg von André Herrmann, Florian Cieslik und Konstantin Turra. Glückwunsch an alle drei und Dank an alle zehn Poeten!

Der nächste livelyriX Poetry Slam findet – ausnahmsweise schon am vorletzten Freitag des Monats – am 18. Dezember wieder um 21 Uhr in der Scheune statt.

Am 23. Oktober, diesmal wegen des Slam2009 schon am vorletzten Freitag des Monats, fand wieder der livelyriX Poetry Slam in der Scheune statt, moderiert wie immer von Stefan Seyfarth und Michael Bittner. 350 Zuschauer sorgten für ausverkauftes Haus und beste Stimmung.

Den Abend eröffnete Lokalmatador Moritz 7 mit Gedichten und Aphorismen, wie immer virtuos verknüpft durch selbst hochpoetische Überleitungen. Ihm folgte sein Namensgenosse Moritz Neumeier aus Kiel, der lyrisch unter anderem seine drei Wunden offenbarte. Der Berliner Poet Frank Klötgen stellte ein Gedicht vor, das er aus der Tiefe eines Wunschbrunnens gezogen hatte. Stephen Blaubach, bekannt als Autor und Organisator der Offenen Bühne Dresden, erzählte von unfreiwillig mitgehörten Gesprächen in der Straßenbahn. Die erste Runde abgeschlossen wurde von der Neu-Dresdnerin Retzi K., die sich wieder lyrisch direkt ans Publikum richtete. Die zweite Vorrunde eröffnete der Leipziger Autor Kurt Mondaugen mit der Geschichte seines Beitritts zu einer ägyptischen Sekte von sexuell schwer Irritierten. Johannes Weigel, Autor der Hannoveraner Lesebühne Nachtbarden, verweigerte den deutschen Politikern in seinem Text jedes Asyl. Micha Ebeling aus Berlin hatte dann das ganz neuartige Format “You Text” im Gepäck, Beobachtungen und steile Thesen in schnellster Folge. Ihm folgte Anikó Kövesdi, ebenfalls aus Hannover – sie versuchte, ihre kleine Schwester einer Emo-Therapie zu unterziehen. Und last but not least stellte sich spontan der Berliner Rapper und Poet Gauner, der eigentlich gerade nur in Dresden seinen Urlaub verlebt, dem Publikum und trug einen Text vor, in dem Leben und Tod unmittelbar aufeinander trafen.

Das Publikum wählte sodann Gauner, Moritz Neumeier und Micha Ebeling ins Finale, wo alle drei sich noch einmal mit einem Text ins Zeug legten. Beim anschließenden Applaus konnten sich die Zuschauer partout nicht entscheiden – Ergebnis: Doppelsieg für Gauner und Micha Ebeling. Doppelter Glückwunsch damit nach Berlin!

Der nächste livelyriX Poetry Slam findet wieder am letzten Freitag des Monats, also am 27. November, ab 21 Uhr in der Scheune statt.

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