Leider nur in Kurzfassung:

Das Finale erreichten Thomas Jurisch aus Dresden, JaNaKlar aus Leipzig, Florian Cieslik aus Köln und André Herrmann aus Leipzig. Nachdem nicht sofort ein Sieger ausgemacht werden konnte, kam es zu einem 2-Sekunden-Applaus-Stechen zwischen Florian Cieslik und André Herrmann. Danach war es dann klar, der Sieger des Abends und Gewinner einer Flasche Wodka hieß André Herrmann aus Leipzig.

Herzlichen Glückwunsch!

Zwölf Poeten mit elf Startplätzen standen auf der Bühne, weitere Lesewillige mussten leider abgewimmelt werden. So weit, so schön. Doch leider erreichten die Zahlen der mehr oder weniger passiven Besucher einen neuen Tiefstand. So muss ernsthaft überlegt werden, ob es denn im Herbst den Livelyrix-Slams in Chemnitz weitergeht oder die westsächsische Literaturwüste noch weiter versandet.
Der Qualität des Dargebotenen tat die magere Füllung des Atomino allerdings keinen Abbruch. Erstmals dabei war Joshua, ein in Chemnitz studierender Russe mit Reminiszenzen an die ferne Heimat. Alte Bekannte auf der Chemnitzer Slambühne sind hingegen die Jungs uns Maiden von „in.bewegung“, als da diesmal da gewesen sind: Tom Schilling (wie immer), Sebastian „Abgelaicht“ Ihle (wie häufig), Anne Bergmann (immer häufiger) und Peter Müller (auch schon erhört worden). Alle natürlich mit frischen, schönen, mitreißenden Texten. Jenny Selbmann stand aber das erste Mal auf der Bühne, und genau um jenes ging es auch in ihrem Text. Die Dame mit Hut gehört eigentlich zur Stammbesatzung, doch diesmal hatte sie sich Verstärkung mitgebracht und bildete mit Martin Geier das Team „Reimmacht“. Aus Dresden war Thomas Jurisch mit einem Fress-Flash auf der Zunge angereist, aus Jena Toni Grünheid, der über seine Versuche, Geld zu verdienen, bevor er Slammer wurde, berichtete. Aus Hamburg über die Zwischenstation Leipzig ist Josef Maruan Paschen gekommen und direkt aus der Spokenword-Hauptstadt Berlin schließlich Tilman Birr.
In die Endrunde konnten sich Thomas Jurisch, Timan Birr und Josef Maruan Paschen qualifizieren. Dann wurde es hart. Tilman Birr setzte sich im Endeffekt hauchdünn gegen Thomas Jurisch durch und durfte die lauwarme Flasche Rotkäppchen-Sekt öffnen. Auslöffeln mussten sie alle Finalisten gemeinsam.

Neun Teilnehmer – eigentlich hätten es sogar (unerlaubte) elf sein können. Doch einer war krank geworden, vom anderen vorangemeldeten ist bisher noch nichts zu hören gewesen bezüglich seines Ausfalls. Aber eben trotzdem ein volles Feld. Tom Schilling und die “Dame mit Hut” gehören ja quasi schon zum Inventar. Von “in.bewegung” waren diesmal noch Peter Müller, Anne Bergmann und Sebastian “abgelaicht” Ihle dabei. Und aus der Rochlitzer Provinz war mit “Strassi” ein ganz junger Abizeitungsschreiber angereist, erstmals bei einem Slam überhaupt anwesend und gleich ganz begeistert.

Drei Männer qualifizierten sich für das Finale: Silvio Rattke, der schon beim vorigen Mal mit seinen in breitem Sächsisch vorgetragenen Punk-Poemen für Stimmung gesorgt hatte, Stefan Seyfahrt aus Dresden und André Herrmann, der Leipziger Shooting-Star. Die Finalrunde brachte kein klares Votum, Stefan und André waren darum bereit, nochmals zu einer KO-Runde anzutreten. Diese gewann dann André Herrmann ganz knapp vor Stefan. Tragisch für diesen: Bei seinem dritten Start in Chemnitz wird er zum dritten Mal Zweiter. Trotzdem ein schöner Slam-Abend.

Eigentlich gibt es in Chemnitz schon seit vielen Jahren Poetry Slams. Zunächst fanden sie zwei mal pro Jahr statt, mit der eigens für diesen Anlass zusammengestellten Eberhart-Pilz-Combo zur musikalischen Umrahmung und dem unvergleichlichen Moderatorenduo Jan Kummer/Ulf Kallscheidt. Doch dann ging den Jungs vom Verein mit einem unaussprechlichen Namen die Puste aus. Damit eine sächsische Stadt mit fast 250.000 Einwohnern nicht ganz ohne Slam bleibt, übernahm 2007 LivelyriX schließlich die Regie. Ein Probelauf im Zusammenhang mit der vom Netzwerk für Kultur- und Jugendarbeit Chemnitz veranstalteten Lese-Insel fand am 13. Juli 2007 statt. Anwesend waren neben mutigen lokalen Rednern und der nochmals rekrutierten Combo Xochil A. Schütz und die gesamte Mannschaft von Smaat. Sieger wurde letztlich Felix Römer.

Im September fand der erste reguläre LivelyriX-Slam in Chemnitz statt. Neben den eingeladenen Gästen Udo Tiffert (Neusorge) und Mirco Buchwitz (Hannover) traten vier Chemnitzer bzw. Zugezogene an. In die Endrunde qualifizierten sich neben den beiden Auswärtigen mit Yvonne Seidemann und der “Dame mit Hut” aka Iris Keller erfreulicherweise zwei Frauen. Sieger wurde aber Mirco Buchwitz mit einem “Text für Lars”, der ziemlich stark nach Brot schmeckte.

Im November kamen Ken Yamamoto (Mainz) und Gabriel Vetter aus der Schweiz zu Besuch. Neben diesen beiden schaffte es wiederum die Dame mit Hut, die kurz zuvor auch beim U20-Wettbewerb des National Slam in Berlin dabei war, in die Endrunde. Ken ließ sich aber den Sieg nicht nehmen, und das mit einem Liebesgedicht!

Der Januar-Slam in Chemnitz hatte eine Rekordbeteiligung – zehn Leute auf der Bühne (nacheinander). Udo Tiffert war erneut angereist, weil er es im Atomino so schön gefunden hatte. Daneben geballte westsächsische (oder migrationshintergründige) Power. Zum zweiten Mal an diesem Abend durften Udo Tiffert, Golo Schmidt, Anne Bergmann und Sylvio Radtke auf die Bühne kommen. Unangefochtener Sieger wurde Udo. Sicherlich dürfen wir ihn deshalb wieder mal in Chemnitz begrüßen. Wäre schön.