Das war vielleicht schön, sag ich euch. Massen von Menschen hatten trotz vieler gleichzeitig stattfindender Veranstaltungen am 15. August den Weg zur Galopprennbahn Scheibenholz in Leipzig gefunden, um dem dritten Leipziger Open Air Poetry Slam unter den Fittichen von Livelyrix beizuwohnen. Angetreten waren natürlich ausschließlich hochkarätige Poeten: Stefan Dörsing aus Grünberg in Hessen, Dorian Steinhoff aus Trier, Florian Cieslik aus Köln, Clara Nielsen aus Bamberg, Udo Tiffert aus Neusorge in der Oberlausitz, Peter Janicki aus Marburg, sowie die Lokalmatadore Julius Fischer, André Herrmann, Dschaeggl und Jana Klar. Als Featured Poet war der großartige Ben Porter Lewis aus New York (ja, das in den USA!) und Berlin geladen. Moderiert wurde der Abend vom bezaubernden Christian Meyer.
3 Runden, 1 Finale, 7 Minuten pro Person. Soweit so gut. Den Anfang des Abends durfte Ben Porter Lewis machen, In den Wettbewerb starten durfte auch gleich Florian Cieslik, der sogleich mit Beobachtungen über die Menschen in seiner Umgebung zu begeistern wusste. Es folgte Jana Klar mit Gedichten über Trennungen und Verlust und die erste Runde beschloss Clara Nielsen, die sich ebenfalls mit ersteren Tönen in den Herzen der Zuschauer dichtete. Die Abstimmung fiel dementsprechend nicht leicht, ein Zwei-Sekunden-Applaus musste her und erst dann stand der erste Finalteilnehmer fest: Florian Cieslik!
In die zweite Runde startete Peter Janicki mit einer aberwitzigen Geschichte, die von der Problematik handelte, in einem Flugzeug Tomatensaft zu verlangen. Danach kam Stefan Dörsing, der riet, man solle einfach baumeln lassen. Den Abschluss wiederum machte André Herrmann mit Anekdoten aus der Bahnhofsmission. Hier lief es ebenfalls nicht besser mit der Abstimmung. Trotzdem konnte sich der Leipziger André Herrmann im Endeffekt durchsetzen und sicherte sich so den zweiten Startplatz im Finale.
Die dritte Runde eröffnete, da Pause zuvor, wieder Ben Porter Lewis, diesmal unter Anderem mit der Frage: What is a terrorist? Dann ging schnell weiter mit Udo Tiffert, der 20 Jahre Arbeitsgeschichte besprach. Es folgte Dorian Steinhoff mit Geschichten von seinem Hausmeister, anschließend Julius Fischer mit Gedanken zu einem Kurzfilm Hells Angels und sächsischen Dörfern. Und den Abschluss bildete Dschaeggl mit einer Story vom With Full Force-Festival. Dann wurde abgestimmt und heraus kam: noch ein Leipziger im Finale, nämlich Julius Fischer.
Im Finale wurde die Auftrittsreihenfolge beibehalten. Der Kölner Florian Cieslik begeisterte erneut, diesmal mit einigen Gedichten, es folgten André Herrmann mit Geschichten vom Zugfahren und Nie-Da-Sein und Julius Fischer, der sich darüber zu freuen wusste, dass ein Hubschrauber in der Nähe seiner Wohnung landete. Die letzte Abstimmung ging schnell und war eindeutig.
Den dritten Livelyrix Open Air Poetry Slam gewann Florian Cieslik! Herzlichen Glückwunsch nach Köln!
Der nächste Livelyrix Slam findet am 29. August ebenfalls auf der Galopprennbahn Scheibenholz statt, wenn es heißt: Die letzte Schlacht, Poeten gegen Schauspieler!
[...] hier. War sehr schön am Samstag. Dieser Herr hat gewonnen, völlig verdient. Einen kleinen Rückblick habe ich auch schon geschrieben. Tüdelü. 17. August 2009, André Herrmann, Tribut, 0 [...]