Vor über 350 Zuschauern ging wieder vor ausverkaufter Scheune der Dresdner livelyriX Poetry Slam über die Bühne. Trotz kleinerer Verwirrungen, die diesmal zu einem Starterfeld von ausnahmsweise 11 Poeten führten, erlebten die Zuschauer einen herausragenden Poetry Slam mit bestens aufgelegten Autoren und Autorinnen.
Den Start legte Udo Tiffert aus Neusorge mit einem Text hin, in dem er einen uns allen wohlbekannten Guido gegen zu harsche Kritik an seinem Redebedürfnis verteidigte. Ihm folgte der wie immer poetische Moritz 7 mit einer Reihe von anthropologischen Gedichten. Tom Mars aus Berlin erzählte von einer Disko-Oma, die bis zum bitteren Ende Volksmusik und Techno mixte. Dann trug Anke Fuchs aus Köln gewohnt souverän einen Katalog von Produkten vor, die uns nicht nur das Leben erleichtern, sondern auch die Seele streicheln. Die Dresdner Debütantin Katja Wehde überzeugte mit der Geschichte einer lächelnden Verkäuferin. Und Grohacke aus Heidelberg, nicht Mainz, forderte die Anerkennung seiner ganz besonderen Behinderung: der Größe.
Die zweite Vorrunde begann Franziska Wilhelm aus Leipzig mit einem auswendig vorgetragenen Text über die alltägliche Panik. Ihr folgte die junge Berliner Poetin Theresa Hahl, die das Publikum mit einem ebenso poetischen wie witzigen Text über ihren ganz persönlichen Blickwinkel auf die Welt begeisterte. Thomas Jurisch aus Dresden war dann von einem Besuch des Arbeitsamtes reichlich angepisst. Julius Fischer aus Leipzig, bekannt auch von der Dresdner Lesebühne Sax Royal, trug die Geschichte “Heath Ledger” aus seiner bekannten Reihe “Ich hasse Menschen” vor. Und die Vorrunde schloss wiederum eine Debütantin ab: Heike Freudenberger aus Dresden las einen humorvollen Text über die apokalyptischen Erwartungen der Jesus-Freunde.
Mit klarer Mehrheit entschieden sich die Zuschauer für die drei Finalisten, die in der Endrunde noch einmal jeweils einen Text ins Rennen schickten: Anke Fuchs beschwerte sich darüber, dass man manchmal mit Menschen reden muss, die man doch nur anfassen will. Julius Fischer beschäftigte sich mit dem “Wochenrückrap” des poetischen Talents MC Frauenarzt. Und Theresa Hahl schloss den Abend mit einem Schwank aus ihrer Jugend ab. Ganz eindeutig den meisten Applaus erhielt am Ende die Poetin, die schon nach der Vorrunde die meisten Stimmen erhalten hatte: Gratulation an die Gewinnerin Theresa Hahl!
Der nächste livelyriX Poetry Slam findet in Dresden – wie immer am letzten Freitag – am 26. März wieder ab 21 Uhr in der Scheune statt.
[...] [Nachtrag: Einen Rückblick auf den Slam gibts hier zu lesen.] [...]
[...] Den offiziellen Rückblick gibt es auf der Veranstalterseite: Link. [...]